Familiengeheimnis in den Salinen von Trapani

Mit "Fluch der Saline" entführe ich dich ins Sizilien der 1960er-Jahre. Als ich auf einer Reise nach Trapani vom Schicksal der Kinder erfuhr, die zu dieser Zeit in den Salinen arbeitetn mussten, entstand die Idee zu diesem Roman.

Der Roman hat es auf die Shortlist für den Tolino Newcomer Preis 2020 und auf die Shortlist zum Lovelybooks Leserpreis 2020 geschafft.

 

Würdest du deinen eigenen Vater verraten, um frei zu sein?

Sizilien 1968: Totò ist erst vierzehn Jahre alt und muss schon hart arbeiten. Sein Vater hat eine Saline gekauft, die nur schmutziges Salz erzeugt, und die Familie lebt in Armut. Als ausgerechnet Don Luigi, der mächtigste Mann im Dorf, die Saline kaufen will, wittert Totò seine Chance, dem Elend zu entfliehen. Doch sein Vater hält verbissen am Familienbesitz fest.

Eine Seherin behauptet, dass ein Fluch auf dem alten Gemäuer liegt – und der Vater glaubt auch schon zu wissen, wer dahintersteckt. Als er mit seinem Gewehr loszieht, muss Totò sich entscheiden, auf wessen Seite er steht. Dabei stößt er auf ein dunkles Familiengeheimnis.

„Spannung pur. Ich hatte Kopfkino und konnte nicht mehr aufhören zu lesen – tolle Story, beste Unterhaltung und Suchtgefahr.“ (Irina Gruber)


 ISBN 978-375-193-823-5

E-Book: 4,99 €; Taschenbuch 10,99 €, Kindle Unlimited Abonnenten lesen kostenlos!

>> JETZT BESTELLEN

>> LESEPROBE

Das Schicksal der Frauen

Nicht nur das schwere Schicksal der Kinder, sondern auch das  der Frauen im patriarchalischen Sizilien der 1960er-Jahre hat mich berührt. 

Deshalb geht es in „Fluch der Saline" nicht nur um das traurige Leben von Totòs Mutter, sondern auch um seine moderne Tante Lilly (mit Ypsilon). Sie ist nicht verheiratet und die erste Frau im Dorf, die den Führerschein macht und einen eigenen Friseurladen betreibt.

Auch die verrückte Nonna entpuppt sich am Ende als ganz besondere Frau und ist eine der Lieblingsfiguren meiner Leser geworden.

Der böse Blick

Aberglauben spielt eine große Rolle in Sizilien, deshalb findest du in diesem Roman auch eine "Heilung" vom bösen Blick, die von einer Seherin mit Öl in einem Suppenteller durchgeführt wird. Du darfst gespannt sein!

Im Salzmuseum

Die Idee zu "Fluch der Saline" kam mir - wie immer - auf einer Sizilienreise. Mich hat vor allem das "Museo del Sale" in Nubia zu diesem Roman inspiriert. Dort habe ich einen der Enkel von Alberto Culcasi kennengelernt, der die zerstörte Saline nach der Überschwemmung 1965 gekauft und wieder aufgebaut hat. Heute wird die Saline von den drei Enkeln geführt: Einer ist für die Salzproduktion zuständig, einer für die angeschlossene Trattoria und einer für den Verkauf von Slow-Food-Salz. Dank dieser Dreiteilung kann die Familie auch heute noch von der Saline leben – im Gegensatz zu vielen anderen.

Als wir in dem Museum standen und der heutige Besitzer die Geschichte seines Großvaters erzählte, machte sich ein verdächtiges Kribbeln in meinem Bauch breit. Ich sah das Foto von dem Großvater, seinen Hut, der neben dem Bild hing, und hörte mir an, unter welchen Bedingungen damals schon Kinder in den Salinen schuften mussten – und schon war die Romanidee geboren. 

Das Museum wird vom Tourismusverband Trapani, von der Gemeinde Paceco und der Universität Palermo unterstützt. Es zeigt Ausrüstung und Werkzeuge der Salzarbeiter und viele Schwarz-Weiß-Fotos, welche die schwere Arbeit in den Salinen dokumentieren. Auch der Hut des Großvaters hängt neben dessen Porträt an der Wand.

Schaut doch mal dort vorbei, wenn ihr in Sizilien seid:

Wie funktioniert eine Saline?

Das Prinzip ist einfach: Meerwasser wird in immer flachere Becken geleitet, damit es stetig verdunstet und der Salzgehalt immer weiter ansteigt, bis das Salz kristallisiert. Beeindruckend sind die Dimensionen! Eine Saline besteht aus etwa 150 Becken, jedes hat 30 bis 50 Meter Seitenlänge, und alle sind durch ein kompliziertes Kanalsystem miteinander verbunden. In den großen Kanälen fahren Boote, die das Salz in den Hafen von Trapani transportieren. Die kleinen Kanäle dienen zur Kommunikation zwischen den Becken. Der Curatolo muss dafür sorgen, dass das Wasser sich immer auf dem gleichen Niveau befindet.

Es gibt vier Arten von Becken, und alle haben verschiedene Größen und Tiefen. Das größte, in das durch eine Windmühle und eine archimedische Schraube frisches Meerwasser gepumpt wird, heißt Vasca fridda. Es ist das größte und tiefste Becken -etwa 1 Meter tief - und muss so viel Wasser fassen, dass es für die gesamte Saison reicht. In einigen Salinen werden darin Fische gezüchtet. Im letzten Becken, der Vasca salante ist das Wasser dann nur noch 2-3 Zentimeter hoch.

Wenn das Salz kristallisiert, hacken etwa 20 Arbeiter die Kruste auf und tragen es mit rund 30 Kilo schweren Körben zum Beckenrand. Dort wird es zu Haufen von 200-400 Tonnen aufgeschichtet und mit Ziegeln abgedeckt, damit es trocknen kann.


Warum wird das Wasser rosa?

Wer von euch kennt noch die Yps-Hefte mit den Urzeitkrebsen? Ihr Tod ist der Grund dafür, dass in den Salinebecken das Wasser rosa wird. Kein Witz! Dunaliella Salina ist eine winzige Alge, die zu einem großen Teil aus Beta-Carotin besteht. Sie kommt ganz natürlich im Mittelmeerwasser vor und dient normalerweise dem dort ebenfalls vorhandenen Krill als Nahrung – unter anderem auch den Salinenkrebsen, die in salzhaltigen Gewässern vorkommen - den „Urzeitkrebsen“. Ab einem Salzgehalt von 180g pro Liter sterben diese Salinenkrebse jedoch ab – Dunaliella Salina hat also keine natürlichen Fressfeinde mehr und färbt aufgrund ihres hohen Beta-Carotin-Anteils deshalb das hochkonzentrierte Salzwasser in den Salzgärten pink.

Komm mit in die Salinen

Der Schauplatz von „Fluch der Saline“ ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn Ihr mal in Sizilien seid! Die ersten Salinen zwischen Marsala und Trapani gab es schon zu Zeiten der Phönizier, vor rund dreitausend Jahren. 1840 wurde der Salzzoll abgeschafft und mit der Öffnung des Suez-Kanals 1869 wurde der Hafen von Trapani zu einem internationalen Handelspunkt für Thunfisch, Korallen und Salz. In den Zwanzigerjahren gab es an der Westküste Siziliens über 50 Salinen, die rund 1.500 Arbeiter beschäftigten. Im Jahr 1922 schlossen sich einige Salinenbesitzer zur SIES (Società Italiana Esportazione Sale) zusammen, die ihr Salz vor allem nach Norwegen und Japan verschifften, wo es zur Herstellung von Stockfisch verwendet wurde.

Durch den Zweiten Weltkrieg und die Konkurrenz der asiatischen Salinen brach der Markt jedoch ein und zahlreiche Anlagen mussten schließen – der Niedergang der Salinen hatte begonnen. Im Jahr 1956 belebte ein Unternehmer aus Trapani die SIES wieder und vereinte acht Salinen zu einer. Er führte Förderbänder, elektrische Pumpen und Salzwaschanlagen ein und stellte insgesamt 100 Boote zum Transport des Salzes zur Verfügung. Mit diesen Modernisierungsmaßnahmen schaffte er es, die Kosten zu senken und die Exportmengen von 80.000 Tonnen auf 200.000 Tonnen zu steigern. Es ging wieder aufwärts. Doch im Jahr 1965 trat der Fluss Verderame über die Ufer und begrub viele Salinen vollständig unter Geröll und Schlamm. Einige Anlagen waren komplett zerstört, andere wurden unter Tränen und Schweiß wieder aufgebaut – jedoch war das Salz in den Jahren 1966 und 1967 durch den Schlick verschmutzt und unverkäuflich.

Heute gibt es die Salinen nur noch aufgrund staatlicher Unterstützung. In den Neunzigerjahren erklärte die Region Sizilien das gesamte Areal zum Naturschutzgebiet, das seit 1995 vom WWF verwaltet wird. Die »Via del Sale« umfasstaktuell 27 aktiven Salinen in Trapani, Marsala und Paceco, die zum Teil zu Museen umfunktioniert wurden und besichtigt werden können.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.